Mit IC-ShapeManager in MapPoint Gebiete verwalten

Wer MapPoint unterschätzt kennt seine Add-In-Entwickler nicht. Tatsächlich hat MapPoint für verschiedene Aufgaben in Business Geographics Lücken in Sachen Features. Hier und da fehlt es auch an Daten. Findige Lösungsentwickler nutzen das MapPoint-Objektmodell, um überaus nützliche Add-Ins zu kreieren oder das MapPoint-Control in individuelle Lösungen einzubetten. Dafür gibt es mittlerweile zig positive Beispiele. Über eine dieser Entwicklungen, die sich auch in unserem Werkzeugkasten befindet, wird im Folgenden kurz berichtet. Heute geht es um die aktuelle Version des Produkts IC-ShapeManager von PROFIT100. Diese MapPoint-Toolsammlung erfuhr Anfang Februar 2012 ein Update auf die Version 3.0.1.

Was ist IC-ShapeManager?

IC-ShapeManager erweitert MapPoint mit Features zur komfortablen Gebietsbearbeitung. Shapes sind geschlossene Flächen, die in der Regel von Hand in eine MapPoint-Karte mit den Zeichnen-Werkzeugen eingezeichnet werden. Fahrzeitzonen sind beispielsweise automatisch eingezeichnete Shapes. Mit IC-ShapeManager können ebendiese Shapes einzeln oder in Gruppen gespeichert und zum Beispiel in neuen oder anderen Karten geladen werden. Das ist aber noch nicht alles. Mit dem Add-In können Shapes auch verwaltet, angepasst und erstellt werden. Sie lassen sich ein- und ausblenden, freistellen, benennen, einfärben und in der PLUS-Version datentechnisch zusammenfassen, auftrennen und miteinander zu neuen Shapes verbinden sowie in die Formate CSV, KML, ESRI-Shapefile exportieren.

Die folgend abgebildete Karte stammt aus dem Demo-Fundus von PROFIT100. Sie stellt eine Inselkarte von Darmstadt mit Polygonen der Stadtteile dar. Erstellt wurde die Karte mit IC-ShapeManager 3.0.1.

Inselkarte Darmstadt mit Stadtteil-Shapes

Inselkarte Darmstadt mit Stadtteil-Shapes - erstellt mit IC-ShapeManager

Das Menü in der nächsten Abbildung ist nahezu selbsterklärend. Es verbirgt sich hinter Schaltfläche mit dem Schweizer Taschenmesser. Hier können in ggf. mühevoller Kleinarbeit in eine MapPoint-Karte eingezeichnete Polygone umfangreich nachbearbeitet werden. Mit Umgebung von Polygon 1 ein- und ausblenden lassen sich beispielsweise umgehend die begehrten Inselkarten erstellen. Mit dem letzten Menüeintrag lassen sich für eine Flächeneinzeichnung verwendete Polygonpunkte auf ein Minimum reduzieren, um den Datenhaushalt zu schonen, was dem Export von Shapes entgegenkommt. Viele Punkte werden zum Beispiel aufgeboten, wenn eine Fläche per Freihandlinien eingezeichnet wird.

Polygone nachbearbeiten in IC-ShapeManager

Polygone nachbearbeiten in IC-ShapeManager

Was ist der Nutzen?

IC-ShapeManager ist grundsätzlich für Unternehmen und Non-Profit-Organisationen jeder Größenordnung interessant, die unabhängig von den in MapPoint gegebenen Gebietsstrukturen Analysen und Planungen mit selbst definierten Gebieten durchführen wollen. Importiert bzw. geokodiert man beispielsweise Daten, können diese mit Shapes gruppiert und weiterverarbeitet werden. Die Option, die Shapes auch in andere Formate exportieren zu können, erspart unter Umständen die Auseinandersetzung mit komplexeren GIS-Lösungen, um Strukturen in Drittanwendungen darzustellen (z. B. zur Darstellung in Web- oder Intranet-GIS).

Nur einige Anwendungsgebiete in Stichpunkten:

  • Vertriebs- und Verteilgebietsplanung
  • Mikrogeografische Gebietsanalyse
  • Standortplanung und -analyse
  • Anfertigung von Liegenschaftskarten
  • Ausbietung eigener, vergleichbarer Gebietsstrukturen
  • Einzugsgebiete erfassen

Nutzung in Dritt-Anwendungen

Die folgende Abbildung zeigt, wie eine mit IC-ShapeManager erstellte ESRI-Shapedatei in einer anderen Desktop-GIS-Software (mit OpenStreetMap als Kartenlayer im Hintergrund) dargestellt wird. Die Abbildung zeigt ebenso die Dialogfelder des Add-Ins zum gezielten Export in das Eigenformat IC-Shape-Datei sowie in die Fremdformate CSV, KML (Google) und ESRI-Shape-Datei.

Stadtteile Shape-Datei in Dritt-GIS

Mit IC-ShapeManager erstellte Shape-Datei der Standteile in einem anderen GIS

PROFIT100 ist schon lange am Ball und entwickelt kontinuierlich weiter. Es gibt noch einige mehr spannende Add-Ins, die in Kombination mit IC-ShapeManager den Nutzen von MapPoint deutlich steigern. Microsoft ist für das Produkt MapPoint und dessen Usability sowie Programmierbarkeit zu danken.

Ausführliche Informationen zum Produkt sind unter anderem in der Online-Hilfe der IC-GeoAnalysis Suite zu finden. In dieser gibt es auch eine Gegenüberstellung der Versionen Basic und Professional.

Gerne stehen auch wir für Fragen zur Verfügung.

Objekt-Geotracking für TETRA BOS

Unser Produkt RLBS-Geotracking hat eine eigene Seite zugewiesen bekommen, um künftig spezifisch über das Thema Objekt-Geotracking im TETRA-Netz BOS mit MapPoint Fleet Edition zu informieren. RLBS steht für Retten-Löschen-Bergen-Schützen, TETRA für Terrestrial Trunked Radio und BOS für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. RLBS-Geotracking ist 2009 in einem Pilotprojekt für die Feuerwehr entwickelt worden und visualisiert die Bewegung von mehreren Objekten, zum Beispiel einer Fahrzeugflotte, auf einer digitalen Straßenkarte. Die Objekte sind mit Geräten im digitalen TETRA BOS Funknetz ausgestattet, die ihre GPS-Signale zu bestimmten Zeitpunkten an ein entsprechendes Empfangsgerät in der Zentrale übermitteln. Das Empfangsgerät ist über eine COM-Schnittstelle (RS232) mit einem Rechner (PC, Laptop) verbunden.

Seite, die künftig über RLBS-Geotracking im TETRA BOS informiert: http://www.tetra-tracking.de

Screenshot RLBS-Geotracking

Screenshot RLBS-Geotracking MapPoint

RLBS-Geotracking liest die Daten an der COM-Schnittstelle aus, dekodiert diese und stellt sie auf der digitalen Landkarte als Symbole dar.

In einem weiteren Projekt wurden Bewegungen von Suchhunden mit Polygonen protokolliert, die mit einem Sender ausgestattet waren, der über dasselbe Netz Daten übermittelt.

RLBS-Geotracking gibt es in zwei Versionen. Die eine ist ein Add-In für Microsoft MapPoint, die andere kapselt das MapPoint-OCX in einer eigenen Benutzeroberflache. Für den Betrieb der Software ist eine installierte Version von Microsoft MapPoint ab der Version 2011 (bei mehr als einem Objekt in der Fleet Edition) Voraussetzung.

AreaManager 4 MapPoint kurz vor der Fertigstellung

AreaManager 4 MapPoint integriert das Microsoft MapPoint-Steuerelement, um Daten aus frei eingezeichneten Gebieten zu analysieren und weiterzuverarbeiten. Mit AreaManager können zum Beispiel Postleitgebiete oder geokodierte Hausadressen aus Gebieten, die mit weiteren Daten zur Potenzialerhebung angereichert wurden, in Listen gefiltert, gruppiert und sortiert oder in einer Pivot-Ansicht analysiert werden. Zudem ist es möglich, gefilterte Daten in Berichten mit Listen, Diagrammen und weiteren Elementen zu verarbeiten. Der funktional umfangreich ausgestattete Bericht-Designer ermöglicht darüber hinaus den Seriendruck mit Barcode für Responseelemente (zum Beispiel für Hauswurfsendungen in ausgesuchten Arealen).

AreaManager 4 MapPoint - Einzeichnen und benennen von Gebieten

AreaManager 4 MapPoint - Einzeichnen und benennen von Gebieten

AreaManager 4 MapPoint nutzt die Stärke von MapPoint, Adressen oder Flächendaten geokodieren und in Kartenansichten darstellen zu können, um schließlich per Freihandlinie bzw. Polygon oder mittels anderer Zeichenwerkzeuge – so auch Fahrzeitzonen und Kreise – Gebiete einzuzeichnen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise schlägt sich vor allem im feinräumig-regionalen (Mikro-)Geomarketing nieder. Hier können zum Beispiel für Standortanalysen natürliche und künstliche Barrieren, wie Flüsse, Seen, Parks, Bahnlinien, Landstraßen oder Autobahnen berücksichtigt werden. Das heißt, Gebiete werden so eingezeichnet, dass sie diese Barrieren berücksichtigen.

Mögliche Einsatzgebiete AreaManager 4 MapPoint:

  • Regionale Potenzialanalyse
  • Ermitteln optimaler Streugebiete Werbeplanung – z.B. Selektion von Pilotgebieten
  • Planung von Verteilgebieten
  • Selektion für Hauswurfsendungen
  • Wettbewerbsanalyse
AreaManager 4 MapPoint - Selektierte Gebiete filtern, gruppieren und sortieren

AreaManager 4 MapPoint - Selektierte Gebiete filtern, gruppieren und sortieren

Beispielsweise mit anonymisierten Mikrodaten auf Straßenabschnittebene angereicherte Datensätze lassen sich ausgiebig in der Listen- oder Pivot-Ansicht analysieren. Zum Filtern der Daten steht ein komfortables Filterdialogfeld zur Verfügung. Mit dem Bericht-Designer lassen sich schließlich Mailings kreieren oder umfangreiche Reports anfertigen.

AreaManager 4 MapPoint - Berichte und Mailings erstellen

AreaManager 4 MapPoint - Berichte und Mailings erstellen

Voraussichtlich Ende Februar 2012 wird AreaManager 4 MapPoint verfügbar sein. Eine angepasste Teilentwicklung befindet sich bereits im Kundeneinsatz für Verteilgebietsplanung. Es wird eine 14-Tage Testversion mit vollem Funktionsumfang geben. Voraussetzung für die Nutzung ist eine bereits installierte Lizenz des aktuellen Microsoft MapPoint. Für ältere Versionen werden auf Anfrage gerne Downgrades angefertigt.

Noch ein Wort zum Thema Mikrodaten

Oft wird im Zusammenhang mit mikrogeografischen Daten vom gläsernen Menschen gesprochen. Deshalb werden im Folgenden Aspekte im Umgang mit mikrogeografisch verfügbaren Daten näher betrachtet. Mikrogeografische Daten können Sie selbst erheben, Sie verfügen bereits darüber oder Sie kaufen diese bei einem spezialisierten Datenanbieter. Ein mikrogeografisches Datum ist zum Beispiel die Adresse eines Kunden. Wenn Sie die Adressen Ihrer Kunden im Umfeld Ihres Geschäfts in einer MapPoint-Karte darstellen, um beispielsweise zu sehen, wo diese wohnen, damit Sie entscheiden können, in welchen Straßen besonders geworben werden sollte, betreiben Sie bereits Mikromarketing. Bevor Sie das können, müssen Sie jedoch über die Kundenadressen verfügen. Kundenkarten, meist in Verbindung mit einem Rabatt- oder Bonussystem, sind eine Möglichkeit zur Gewinnung von Kundenadressen. Damit Sie die Adresse eines Kunden speichern dürfen, benötigen Sie dessen Einverständnis. Wollen Sie darüber hinaus diese Adresse für Werbezwecke verwenden, muss auch hierfür grundsätzlich eine Einverständniserklärung des Kunden vorliegen. Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) regelt zusammen mit den Datenschutzgesetzen der Länder in Deutschland den Umgang mit personenbezogenen Daten, die in Systemen der Informationstechnologien oder manuell verarbeitet werden. Ähnliche Gesetzgebungen finden Sie in den übrigen Ländern der Welt.

Gesetzgebung aus Laiensicht und fraglich in seiner Aktualität – ausdrücklich ohne Gewähr

Das so genannte Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt ist ein wesentlicher Grundsatz des Bundesdatenschutzgesetzes. Danach sind grundsätzlich die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten verboten. Erlaubt sind sie nur, wenn entweder eine klare Rechtsgrundlage durch das Gesetz gegeben ist oder wenn die betroffene Person ausdrücklich ihre Zustimmung dazu gegeben hat. Werden Verfahren angewendet, die personenbezogene Daten automatisch verarbeiten, ist diese Verarbeitung von einem behördlichen oder betrieblich benannten Datenschutzbeauftragten auf die Einhaltung der Gesetzgebung zu prüfen. Es gibt sogar einen Paragraphen (§ 3a), der den Grundsatz der Datenvermeidung bzw. Datensparsamkeit definiert. Danach sollen sich alle Systeme der Datenverarbeitung (manuell oder maschinell) an dem Ziel orientieren, keine oder so wenig wie möglich personenbezogene Daten zu verarbeiten und von den Möglichkeiten Gebrauch machen, Daten zu anonymisieren (Namen entfernen) oder pseudonymisieren (Namen verändern).

Der Autor dieses Beitrags ist kein Rechtsexperte. Insofern sind hier zusammenfassend getroffene Aussagen zur Gesetzgebung von Ihnen bzw. Ihren Rechtsexperten und/oder einem Datenschützer genau zu prüfen.

MCTS